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Alice Tanke
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Spotlights

Eine Woche, die auch Mut macht!

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Es ist wahrscheinlich nicht übertrieben zu behaupten, dass in der letzten Woche nahezu kein Arbeitnehmer eine normale Arbeitswoche verbracht hat. Während manche Unternehmen Teile ihrer Belegschaft aus unterschiedlichen Gründen nach Hause schicken mussten, viele Eltern den Spagat zwischen Arbeit und Betreuung ihrer Kinder meisterten und ein Teil der Büroangestellten im Homeoffice arbeitete, haben auch die Rechts- und Personalabteilungen der Unternehmen bis an die Erschöpfungsgrenze gearbeitet. Es mussten zum Beispiel Notfallpläne für die Belegschaft erstellt und die Arbeit neu strukturiert und verteilt werden, da nicht alle Mitarbeiter aktuell zur Verfügung stehen. Auch eroberten Themen, die ansonsten kaum eine Rolle spielen, die vorderen Plätze auf der Prioritätenliste. Eines davon war sicherlich das Thema Kurzarbeit.

Hier haben viele Unternehmen feststellen müssen, dass bisher keine Ermächtigungsgrundlage bestand, Kurzarbeit anzuordnen. Weder in Tarifverträgen, noch in Betriebsvereinbarungen noch in den Arbeitsverträgen gab es bei der Mehrzahl der Arbeitgeber entsprechende Regelungen. Daher wurden letzte Woche in vielen Branchen entweder zwischen den Tarif- oder Betriebspartnern oder direkt zwischen den Arbeitgebern und Arbeitnehmern Regelungen zur Einführung der Kurzarbeit getroffen, um die Arbeitsplätze der Mitarbeiter hoffentlich langfristig zu sichern. Daneben haben einige Branchen und auch viele Unternehmen schon für die Zeit der Kurzarbeit dafür gesorgt, dass die Mitarbeiter, die von der Kurzarbeit betroffen sind, eine finanzielle Stütze durch freiwillige Zuzahlungen der Unternehmen zusätzlich zum Bezug des Kurzarbeitergeldes erhalten.

Auch wenn die letzte Woche für alle eine – wenn auch in unterschiedlicher Weise – große Herausforderung darstellte und in der öffentlichen Wahrnehmung die negativen Seiten der Krise vorherrschten, so gab es dennoch einige gute Nachrichten, die ein positives Licht auf die tariflichen und betrieblichen Partnerschaften, die Flexibilität der Mitarbeiter und die Innovationskraft der Unternehmen werfen. So viele Menschen wie noch nie zuvor haben ihren Arbeitsplatz nach Hause verlegt und festgestellt, dass auch dies funktionieren kann. Viele betriebliche und tarifliche Vereinbarungen zur Bewältigung der (drohenden) Krise wurden geschlossen. So haben sich zum Beispiel in der Systemgastronomie der Bundesverband der Systemgastronomie und die Gewerkschaft NGG mit einer ermutigenden Entschlossenheit innerhalb von 24 Stunden darauf verständigt, dass die von der Kurzarbeit Betroffenen finanziell dadurch abgesichert werden, dass sie neben dem Bezug des Kurzarbeitergeldes einen Zuschuss durch die Arbeitgeber erhalten, so dass 90% des Nettoeinkommens auch bei einer kompletten Freistellung gesichert sind.

Unternehmerische Entschlossenheit und Kreativität haben auch McDonald’s und Aldi bewiesen, indem sie Ende der letzten Woche eine Kooperation geschlossen haben, die es den Mitarbeitern von McDonald’s unkompliziert erlaubt, einer bezahlten Arbeit in den Supermärkten nachzugehen, wenn die Restaurants aufgrund behördlich verfügter Versammlungseinschränkungen vorrübergehend geschlossen bleiben müssen. Von dieser Mut machenden Aktion profitieren alle, nicht zuletzt der Staat, der hier dadurch entlastet wird, dass er für diese Mitarbeiter keine finanziellen Unterstützungsleistungen erbringen muss.

Wir bei PWWL sind dankbar dafür, dass wir unsere Mandanten auch in diesen herausfordernden Zeiten zur Seite stehen können, um gemeinsam mit ihnen an schnellen, sicheren und kreativen Konzepten zu arbeiten. So sind wir auch ein wenig stolz darauf, dass wir – ebenso wie in anderen Branchen und bei vielen Unternehmen – mit der Beratung des Bundesverbands der Systemgastronomie und McDonald‘s unseren bescheidenen Teil dazu beitragen konnten, die Folgen der Krise für den Moment etwas erträglicher zu machen und hoffentlich langfristig den Erhalt der Arbeitsplätze zu sichern.

Dr. Holger Thomas

Dr. Holger Thomas, MM

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